Ich habe einen BOSE SoundTouch 300 zum Testen bekommen. Es handelt sich hierbei um eine Sounbar, die zum Beispiel als Frontlautsprecher in einem 5.1 Heimkino-System eingebunden werden kann. Das System lässt sich mit weiteren BOSE Lautsprechern und Subwoofern erweitern. Zahlreiche Funktionen sollen die Sounbar perfekt in den Alltag integrieren. Bei dem Preis von rund 800€ kann einem allerdings auch kurz die Kinnlade runterklappen. Ob der zunächst recht hoch wirkende Preis tatsächlich lohnt, erfahrt ihr in diesem ausführlichen Testbericht.

Der erste Eindruck

Bevor ich auf die technischen Details der Soundbar eingehe, möchte ich euch meinen ersten Eindruck zum Lautsprecher schildern. Bei einem Preis von rund 800€ darf man selbstverständlich einiges erwarten. An dieser Stelle muss man aber auch wirklich sagen, dass BOSE eine hervorragende Qualität abliefert. Edle Materialien treffen auf ein hervorragendes Design. Die gesamte Oberfläche der knapp 1 Meter langen Soundbar (10,8 cm x 97,8 cm x 5,7 cm – Tiefe x Breite x Höhe), ist mit Glas überzogen. Das wirkt zum einen natürlich ausgesprochen edel, zieht auf der anderen Seite jedoch auch viele Fingerabdrücke an. Fairerweise muss man sagen, wird die Soundbar nicht direkt am Gerät bedient, somit sollten sich Fettgrabscher auf der Glasoberfläche in Grenzen halten und man kann die schöne Optik ungestört genießen.

Da die SoundTouch 300 keine Bedienung direkt am Gerät erlaubt (es sind keine Tasten vorhanden), muss ein anderes Bedienkonzept her. Bose legt eine sehr hochwertige Fernbedienung mit in den Karton. Die Fernbedienung ist rückseitig mit einem Softtouch lackiert, so dass die Fernbedienung wirklich wunderbar in der Hand liegt und sich samtig weich anfühlt – ich liebe sowas. Kleinigkeiten machen ein Produkt zu etwas ganz besonderem.

Das schöne an der Fernbedienung ist außerdem die Integration in die Services. Zusätzlich zur Fernbedienung kann man sich die Bose SoundTouch App auf sein Smartphone laden und so auch ganz bequem vom Handy aus steuern. Die App ist zugegebenermaßen nicht das Maß aller Dinge. Hier könnte man durchaus etwas an der Perfomance arbeiten. Als Beispiel: Die Standard Zurück-Taste, die beispielsweise jedes Android-Smartphone besitzt, kann in der App nicht genutzt werden um eben einen entsprechenden Zurück-Befehl auszuführen. Stattdessen muss man auf einen “Zurück-Button” der App klicken. Sowas stört mich. Was ich aber noch viel störender finde: Bevor man den SoundTouch 300 bequem vom Smartphone aus steuern kann, muss man zunächst erstmal ein Benutzerkonto bei Bose anlegen – warum zur Hölle? Des Weiteren will die App die Berechtigung über den Standort (GPS) bekommen. Mir erschließt sich aktuell noch nicht weshalb das notwendig ist. Nun gut. Neben der Peitsche nun noch etwas Zuckerbrot: Einmal mit der App verbunden kann man zum Beispiel auch via Spotify abgespielte Playlists über die normale Fernbedienung steuern (Vor, Zurück, Pause, …). Das finde ich klasse!

Konnektivität

Die Sounbar kann von verschiedenen Quellen gespeist werden. Die Fernbedienung zeigt dies über die sechs Quellen in 2. und 3. Reihe an. Diese Tasten sind beleuchtet. Bei jeder Aktion leuchtet die aktive Quelle, so dass man immer sofort bescheid weiß, woher aktuell die Musik kommt. Zusätzlich zur Indikation auf der Fernbedienung sind fünf weiße LEDs an der linken Vorderseite der Soundbar vorhanden. Diese sind auch noch für weitere Interaktionen vorhanden (z.B. Statusanzeige bei Systemupdates, als Lautstärkeanzeige für die Bassleistung). Auf der Rückseite befinden sich sämtliche Anschlüsse der SoundTouch 300.

Hier ist neben einem HDMI-Eingang, einem HDMI-Ausgang mit super nützlicher ARC-Steuerung auch ein optischer Eingang vorhanden. Weitere Anschlüsse sind Ethernet als Alternative zum W-LAN sowie ein Anschluss für ADAPTiQ zur Standordkalibrierung des Klangbildes (hierzu später mehr). Ein Micro-USB Anschluss dient als Systemschnittstelle um Systemupdates durchzuführen (alternativ auch über die App möglich). Sehr nützlich ist auch das super einfache und komfortable Bluetooth-Pairing via NFC. Sofern euer Smartphone NFC unterstützt, könnt ihr es einfach (bei eingeschaltetem NFC und Bluetooth) oben auf die Mitte der Sounbar legen und zack … verbunden. Jetzt kann direkt, zum Beispiel von Spotify aus, Musik über die Soundbar abgespielt werden.

Update (25.02.2017): Nach nun etwas längerer Nutzung sind mir noch zwei Punkte aufgefallen, die mich stören. Da ich diesen Nachtrag Konnektivität befinden, drehen sich diese zwei Punkte auch genau darum. 1) Die Bedienung über das W-LAN via Spotify Connect hat ziemlich große Latenzzeiten. Was meine ich damit? Wenn sich die SoundTouch mit dem W-LAN verbunden hat und über Spotify Musik abspielt, dauert es für meinen Geschmack sehr lange / zu lange um mit externen Geräten (Smartphone oder PC) die Steuerung zu übernehmen. Das Skippen eines Songs dauert gut 2..3 Sekunden. Mit der BOSE Fernbedienung hingegen reagiert die SoundTouch quasi sofort. Der 2. Punkt ist die Bluetooth-Verbindung. Ich habe die SoundTouch beim 1. Test etwa 4 bis 5 Meter von meinem PC aufgestellt und sie über Bluetooth mit dem PC verbunden. Auf diese Weise wollte ich den Nutzen als PC-Lautsprecher testen. Was fiel mir hierbei negativ auf? Zum einen ist der Ton um einige 100 ms versetzt (man merkt es bei Videos starkt). Zusätzlich kommt es immer wieder zu Verbindungsabbrüchen. Ich habe mir extra einen neuen Mikro-BT-USB Adapter gekauft (Link zu Amazon) – in der Artikelbeschreibung wird eine Reichweite von 10 Metern genannt. Eventuell werden die zwei Punkte noch via Firmware-Updates gelöst? Zum Testzeitpunkt befand sich die Firmware-Version 14.0.18 auf der SoundTouch. Die Windows-App gibt darüber hinaus eine schlechte RSSI-Signalstärke an. Das kann meiner Meinung nach nicht sein, da alle anderen Geräte vollen W-LAN Empfang haben (FritzBox steht im Nebenraum).

ADAPTiQ

Über einen Klinkenanschluss an der Rückseite, kann ein mitgeliefertes Kopfmikrofon angeschlossen werden. Wenn man nun die Kalibrierung startet (siehe auch Vorgehen im Handbuch), wird man per Sprachanweisung dazu aufgefordert sich an fünf verschiedene Positionen zu bewegen um an diesen jeweils eine Soundsequenz aufzunehmen. Die Soundbar spielt an allen fünf Positionen eine Kalibrierungssequenz aus Tiefen, Mitten und Höhen ab, um die Hörposition optimal zu kalibrieren. Im Anschluss an die Kalibrierung (akustische Anpassung an den Raum) soll der Sound noch besser zur Geltung kommen. Was soll ich sagen, ich kenne das Verfahren bereits von meinem DENON AVR und es ist wirklich ein effektiv besseres Klangbild wahrzunehmen. Die Kalibrierung verbessert den ohnehin schon guten “Out of the Box” Sound noch einmal spürbar. Die Kalibrierung ist kinderleicht und innerhalb von 5 Minuten abgeschlossen – es lohnt sich! Hier noch ein Bild des angesprochenen Mikrofons:

Das Klangbild

Wer meinen Testbericht vollständig gelesen hat, wird es möglicherweise schon vermuten. Ich bin von dem Klangbild / von der Soundqualität des BOSE SoundTouch 300 wirklich angetan. Ich habe die Soundbar sowohl am Fernseher als auch als einfachen Multimedia-Zimmerlautsprecher eingesetzt und bin begeistern. Das wirklich sehr schöne Design und die herrausragende Verarbeitungsqualität sorgen dafür, dass die Soundbar die Blicke auf sich zieht. Sie macht einfach ordentlich was her. Was mich besonders begeistert ( und das war auch schon so bei den kleinen BOSE Soundlink Mini ), ist das Klangvolumen insbesondere im Tiefen Bereich, die mit so einem vergleichsweise kleinen Gehäuses erreicht werden kann. Die Soundbar haut einen dermaßen satten Bass raus … Wahnsinn. Schön finde ich hier auch, dass man die intensitiät des Basses regeln kann.

Über Bassreflex erzielt der SoundTouch 300 einen wirklich beeindruckenden Bass. Ich setze den SoundTouch in einem ca. 20 qm großen Raum mit 3,20 m Deckenhöhe ein und der Bass ist wirklich herrlich. Dabei bin ich nicht mal auf der vollen Intensität, die die Soundbar leisten kann.

Fazit

Bei dem SoundTouch 300 von BOSE bekommt ihr definitiv eine extrem hochwertig verarbeitete Soundbar in einem wirklich schönen Design. Trotz der immer noch vergleichsweise geringen Größe des Lautsprechers ist das Klangbild sehr beeindruckend. Besonders der sehr satte Bass ist in dieser Hinsicht beeindruckend. Über diverse Schnittstellen kann die Soundbar mit Musik versorgt werden und sogar über HDMI-ARC mit dem TV verbunden werden. Die App fürs Smartphone bietet ein alternatives Bedienkonzept zur ebenfalls sehr hochwertigen Fernbedienung. Ob einem dieser Spaß 800€ wert ist muss jeder selbst entscheiden. Ich möchte jedoch behaupten, dass der Preis aufgrund der genannten Punkte (insbesondere aufgrund der Verarbeitung, des Designs und natürlich der Musikqualität), nicht völlig überzogen ist. Sicherlich ist man bei BOSE nicht beim günstigsten Herrsteller gelandet aber ich persönliche gebe lieber etwas mehr Geld aus und bin dann auch wirklich mit einem Produkt zufrieden und mehr noch … ich bin begeistert.

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