Gerne gebe ich zu, dass ich mit zunehmendem Alter immer mehr Gefallen an Retro-Design und nostalgischen Dingen finde 🙂 So war es vermutlich unumgänglich, dass ich als Elektro-Ingenieur früher oder später den Kontakt zu Nixie-Röhren suchte. Bei der Nixie-Röhre handelt es sich um eine längst überholte Art des Anzeigeinstrumentes, die heutzutage vollständig durch LED-Technologie (im Besonderen Sieben-Segment-Anzeigen oder gar LC-/ OLED-/ … Displays) verdrängt wurden aber keineswegs ihren Charm verloren haben. So haben sich die alten Nixie-Röhren, die bereits 1957 vorgestellt wurden, zu echten Beliebtheiten unter Bastlern entpuppt. Der Name Nixie steht als Abkürzung für Numeric Indicator eXperimental No .Das nachfolgende Foto zeigt eine mittelgroße Nixie-Röhre vom Typ IN-12.

Da diese Art von Anzeigeinstrumenten heute natürlich gar nicht mehr hergestellt werden, wird es immer schwieriger diese entsprechend preiswert zu kaufen. Je beliebter / seltener die Röhre desto höher ist somit auch ihr aktueller Wert. Inzwischen gibt es sogar einige Sammler, die immer auf der Suche nach einem noch selteneren Exemplar sind. Die auf dem Foto gezeigte Röhre vom Typ IN-12 ist dagegen noch relativ leicht erhältlich und für einen aktuellen Preis von ca. 3 bis 4€ zu bekommen (zum Beispiel bei ebay). Hingegen ist die sehr beliebte Röhre des Typs IN-18 mittlerweile bei einem Preis von 40-50€ angekommen. Man stelle sich mal vor, man möchte mit dieser (zugegeben schönen Röhre) eine Retro-Uhr mit Sekundenanzeige aufbauen. Hierzu braucht man dann also sechs Röhren und landet (nur für die Röhren) bereits bei eine Preis von 300€ 😀 Hier nochmal ein Beispiel einer anderen Röhre (Typ unbekannt), die im Gegensatz zur IN-12 (Kopffüßler) aufrecht steht:

Funktionsprinzip

Das nachfolgende Bild einer Nixie-Röhre zeigt wunderbar den Aufbau der Röhre. Die meisten Nixie-Röhren sind numerisch, sprich sie sind zum Anzeigen der Ziffern 0-9 entworfen. Es gibt natürlich noch viele weitere Modelle für weitere Einsatzzwecke. Der Einfachheit halber betrachten wir nun in der Zeichnung den Aufbau einer numerischen Röhre mit den Ziffern 0 bis 9, die sich jeweils als geschwungener Draht im Glaskolben befinden und als Kathode dienen. Vorne befindet sich die als Gitterblech ausgeführte zugehörige Anode.

Die Röhre selber (beziehungsweise der Glaskolben) ist meistens mit dem Edelgas Neon gefüllt. Andere Gase können eingesetzt werden um eine abweichende Farbe beim Leuchten der Ziffern zu erreichen. Legt man nun eine Hochspannung (variiert je nach Röhrentyp zwischen 100 … 250V) zwischen Anode und Kathode an, beginnt das Gas in einer dünnen Schicht um das entsprechende Zeichen (die angesteuerte Ziffer / Kathode) herum an zu glimmen. Wichtig hierbei ist zu beachten, dass die Spannung zum “Zünden” der Kathoden in der Regel höher ist als die Betriebsspannung danach. Auch muss der Betriebsstrom der Nixie im Betrieb begrenzt werden. Auch dem nächsten Foto kann man anhand einer IN-12 Röhre auch gut die inneren Ziffern (die Kathoden) erkennen, die über Drähte mit den Kontaktfüßen verbunden sind.

Typ IN-12

Ich habe mir aufgrund der Preisentwicklung ein paar IN-12 Röhren bei ebay gekauft, bei denen ich den Stückpreis von 3..4€ noch gerechtfertigt finde. Ich möchte mich etwas in die Thematik der Nixie-Röhren anhand dieses Typs einarbeiten und eventuell auch mal eine Uhr auf dessen Grundlage aufbauen. Es folgen ein paar Fotos meiner IN-12 Nixie-Röhren.

Anbei die technischen Daten zur IN-12 Nixie-Röhre:

• Zeichen / Ziffern: 0..9
• Zündspannung:      170 VDC
• Betriebsspannung:  150 VDC
• Stromaufnahme:     2,5 bis 3,5 mA

Spannungsversorgung

Im Internet gibt es bereits reichlich Schaltungen zur Spannungsversorgung von Nixie-Röhren, so dass man das Rad an der Stelle wirklich nicht noch einmal neu erfinden muss. Hier sind zwei Beispiele zu Schaltplänen für entsprechende Netzteile:

Tatsächlich würde ich mir den Aufwand sogar sparen und stattdessen ein kleines fertiges Netzteil-PCB von ebay kaufen. Die gibt es mittlerweile aus Fernost auch schon für kleines Geld und man brauch sich dann um die Versorgung keine Gedanken mehr zu machen 🙂 Aber das muss jeder selber wissen.

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